Jahresbrief von Saravanan 2012


Hier ein Bild vom aktuellen Jahresbrief unseres Patenkinds Saravanan. Die Übersetzung ist rechts unter Downloads zu finden.

Urkunde über 5 Jahre Patenschaft bei der Kindernothilfe

Patenbesuch bei Saravanan in Indien


Am 10. Februar habe ich das Patenkind der Christusgemeinde in dessen Schule besucht. Schon als ich vor über einem Jahr erfuhr, dass ich, wie gewünscht für ein Auslandssemester ans Tamilnadu Theological Seminary in Madurai gehen konnte, hatte ich mit den anderen Mitliedern des Kindergottesdienstteams diesen Besuch geplant. Wir alle waren neugierig und als ich schließlich im Überlandbus saß, der mich nach Manapparai, der kleinen Stadt, in der die Schule lag, bringen sollte, war ich sehr gespannt und nervös: Nun sollte ich also Saravanan treffen, den ich bisher nur von Bildern kannte, für den wir aber jeden Sonntag gesungen hatten…
Mein Besuch in der Schule löste große Aufregung aus. Ich wurde vom Rektor der Schule und dem Aufseher über die Schlafräume, der sich um die vielen hundert Jungen, die in der Schule wohnen, zu kümmern hat, begrüßt und – wie das so üblich ist – mit einer Girlande behängt (die ausgeprochen groß war und mich beim Rundgang durch die Schule massiv störte). Ich konnte Saravanan begrüßen und ihm die Geschenke der Kindergottesdienst-Kinder überreichen.
Leider konnte ich mich mit ihm kaum unterhalten, weil er nur wenig Englisch und ich noch weniger Tamil sprach. Hinzu kam, dass sich der Rektor bei jedem tamilischen Wort das ich sprach, derart laut begeisterte, dass mir das nächste Wort sofort entfiel…
Auch ohne gemeinsame Sprache konnte ich aber feststellen, dass Saravanan, der auf den ersten Blick sehr verschlossen wirkte, ein zwar ruhiger, aber doch humorvoller 15-Jähriger ist. Dem Theater, das seine Lehrer um mich veranstalteten, stand er ratlos, aber auch skeptisch gegenüber. Manchmal, während der Tour durch die Schule – auf der Rektor und Aufseher in jedem Raum mindestens drei Fotos von mir machten – sahen wir uns hilflos an und lächelten möglichst unbemerkt.
Die Schule ist für die Masse an Schülern, die dort unterrichtet wird, sehr klein. Es gibt drei oder vier Klassenräume, eine einfach ausgestattete Küche einen Speiseraum mit langen Tischen und Bänken, ein Krankenzimmer, eine Kirche und mehrere Schlafsäle. Auch diese sind spartanisch eingerichtet. Keiner der Jungen hat eine Matratze, es gibt nur Bettgestelle und Decken, die meisten haben auch ein Kissen. Solch einfache Schlafgelegenheiten sind in Indien nicht unüblich. Viele Arme Leute schlafen auf dem Boden ihrer Hütten, im Sommer oft auch draußen auf Matten.
Im Regal an der einen Wand des Schlafsaals hat jeder Junge einen Platz für seinen Koffer mit persönlichem Besitz. Bad und Toilette teilen sie sich die Jungen aus allen Schlafräumen.
Später fährt man mich ins das Dorf, in dem Saravanans Mutter lebt. Es liegt etwa 30 Minuten entfernt von Manapparai und ist selbst für indische Verhältnisse ausgesprochen klein. Es gibt nur 10 Häuser. Unter einem rot und weiß ummauerten Baum steht eine kleine Götterstatue – das ist der Tempel des Dorfes. Wasser holen sich die Bewohner aus einem Brunnen auf einem nahegelegenen Feld. Saravanans Mutter hat ein winziges Haus mit einem einzigen Raum, sicher nicht größer als 10 Quadratmeter, vielleicht kleiner. Hier kocht, schläft und wohnt sie – und Saravanan auch, wenn er in den Schulferien zu Besuch ist. Der Vater, so erzählt man mir, starb plötzlich, als Saravanan gerade drei Monate alt war.
Ich hatte schon vorher andere Dörfer und Häuser gesehen, aber dieses ist besonders klein…
Es ist schwierig, ein Resümee aus diesem Besuch zu ziehen. Ich habe viele Geschichten gehört und auch eine erlebt, die deutlich machen, wie oft Spendengelder nicht wirklich ankommen, oder zumindest nicht dort, wo sie wirklich gebraucht werden. Auch bei meinem Rundgang durch die Schule habe ich manchmal überlegt, ob das Geld wirklich bei Saravanan ankommt, oder aber in die Computer in einem der Klassenräume gesteckt wurden. Den Jungen hatte man – das war deutlich sichtbar – für meinen Besuch komplett neu eingekleidet, alle anderen trugen einheitliche Schuluniformen. Die Schule machte aber einen zwar keinesfalls luxuriösen, aber doch einen soliden Eindruck. Saravanan selbst verdient jedenfalls jede Unterstützung!!!

Johanna Sondergeld

Patenschaft bei der Kindernothilfe

„Was ihr getan habt einem
von diesen meinen geringsten Brüdern,
das habt ihr mir getan.“ (Mt 25, 40)

Im Januar 2007 hat die Christusgemeinde die Patenschaft für einen inzwischen 13-Jährigen Jungen in Indien übernommen. Im Kindergottesdienst entstand die Idee, einem Kind, dem es nicht so gut geht wie unseren Kindern, ein Stück Zukunft zu geben.

Unser Patenkind heißt Saravanan, er ist Halbwaise und lebt in einem Heim, dessen erklärtes Ziel es ist, den Kindern später „ein Leben auf eigenen Beinen“ zu ermöglichen. Wir möchten Saravanan gerne bei seinen Gehversuchen begleiten und ihm dabei unter die Arme greifen.

Die Patenschaft läuft über die Kindernothilfe. Die Kindernothilfe unterstützt Projekte vor Ort und ermöglicht so Kindern eine Schul- und Berufsausbildung.
Durch eine regelmäßige Kollekte im Kindergottesdienst, durch Waffelnbackaktionen und andere Spenden bringen wir den monatlichen Betrag von 31 € auf.

Wir erzählen den Kindern in der Jungschar und im Kindergottesdienst regelmäßig von Saravanan, wo und wie er lebt. Mehrmals im Jahr erhalten wir Post von ihm und wir schreiben selbst Briefe an unser Patenkind.

Damit wir die Patenschaft tragen können, brauchen wir die Unterstützung der Gemeinde. So können auch die Kinder Verantwortungsbewusstsein und soziales Engagement lernen.

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