Kneipen-Gottesdienst

In der Heidelberger Altstadt

Quelle: Gabi Dietz-Wölfer

Idee eines Kneipen-Gottesdienstes 

Außerhalb der Kirchenmauern,
mitten im pulsierenden Leben der Altstadt,
wo Menschen sich treffen und miteinander kommunizieren,
feiern wir zu Beginn des Wochenendes einen Gottesdienst in einer Kneipe.

Aktuell

Der nächste Kneipen-Gottesdienst ist in Planung

Rückblick

2. Kneipen-Gottesdienst - Luther aufs Maul geschaut

Freitag, 6. Oktober 2017, 20 Uhr, Im „Güldenen Schaf“

Quelle: Citykirche
Im historischen Hinterzimmer des Güldenen Schafs drehte sich der Kneipen-Gottesdienst wenige Tage vor dem Reformationsjubiläum um die Tischreden Luthers.
 
Rund 90 Personen kamen zum Kneipen-Gottesdienst, mehr als Stühle vorhanden waren, so dass manche auch standen. Das Publikum war jung, es gab auch so manche Kneipen-BesucherInnen, die erst neugierig an der Schwelle standen und später dazu kamen. An einem Tisch konnte man folgendes Gespräch zweier Studenten belauschen: "Wann warst du das letzte Mal in der Kirche"- "Letztes Jahr"- "Und in der Kneipe?"- "Gestern".  
 

Hier war das „Beten mit Bier“ erlaubt

Erster Heidelberg-Kneipengottesdienst mit Pfarrer Vincenzo Petracca im „Güldenen Schaf“ – Dabei wurden viele Witze erzählt

Artikel in der Rhein Neckar Zeitung am 25.7.2016 von Marion Gottlob

Quelle: Gabi Dietz-Wölfer
Bei Gott darf gelacht werden! Unter dem Motto „Gott lacht auch“ gestaltete Altstadt-Citypfarrer Vincenzo Petracca mit seinem Team im Restaurant „Zum Güldenen Schaf“ den ersten Heidelberger Kneipengottesdienst. Gleich zu Beginn betonte er: „Ein Experiment – hier ist alles anders als in der Kirche.“ Schon einmal hatte er diesen Versuch gewagt, nämlich in Mannheim. Damals hatte er aus aktuellem Anlass einen Kneipengottesdienst zum Thema „Prostitution“ abgehalten, die Kneipe konnte die Besucher gar nicht fassen. Auch dieses Mal war fast jeder der 80 Plätze im Gasthaus-Nebenraum besetzt. Pfarrer Petracca hatte gut lachen: „Das bin ich gar nicht gewohnt.“ 

Es war tatsächlich ungewohnt – bald standen auf jedem Tisch Bier und andere Getränke. Es ging auch so ungewöhnlich weiter. Zum Auftakt stellte Pfarrer Petracca eine „wichtige“ Frage: „Kennen Sie den schon?“ Und er erzählte einen Witz: Zwei Männer unterhalten sich über den neuen Pfarrer. Der eine meckert: „Ich habe den Pfarrer gefragt, ob ich beim Beten Bier trinken darf, der Pfarrer hat es mir verboten.“ Der andere: „Mir hat er es erlaubt. Ich habe ihm die richtige Frage gestellt, nämlich: Darf ich auch beim Biertrinken beten?“

Erst nun hieß Pfarrer Petracca die Gäste herzlich willkommen: „Im Namen Gottes–Frieden und Segen sei mit Euch.“ Er las aus dem Gedicht „Psalm“ von Hans Dieter Hüsch: „Ich bin vergnügt, erlöst, befreit – Gott nahm in seine Hände meine Zeit.“ Wie in einem Kirchen-Gottesdienst gab es die Lesung – dieses Mal über das erste Lachen in der Bibel: Als Gott Abraham einen Sohn versprach, lachte Sara: „Jetzt, wo ich alt und verwelkt bin, soll ich noch ein Kind empfangen?“ Pfarrer Petracca:„Sara ist der erste Mensch in der Bibel,der spontan lacht. Ihre tiefste Wunde ist, dass sie unfruchtbar ist. Sie kann sich von dieser Verletzung so weit lösen, dass sie darüber lachen kann. – Gott segnet dieses Lachen und lässt es zum Segen für die Völker werden. Die unfruchtbare Sara gebiert das Kind der Verheißung.“

Quelle: Gabi Dietz-Wölfer
Es folgte ein religiöser Witz auf den anderen, vorgetragen von Alois Hund, Gertrud Kalweit, Angelika Böhm und Hans-Joachim Wölfer. Petracca über den „Tag der offenen Tür“ in der Hölle: Es herrschten paradiesische Zustände mit fröhlichen Menschen, nur durch ein Guckloch sah man Folter und Qual. Ein Teufel antwortete auf die erstaunte Nachfrage eines Besuchers: „Das sind die Christen, die wollen das so.“

Darf denn über Religion und Gott überhaupt gelacht werden? „Ein umstrittenes, hochbrisantes Thema, nicht erst seit dem Streit um die Karikaturen über Mohammed“, so Pfarrer Petracca, „wann verletzt Humor religiöse Gefühle?“ Er betonte: „Humor ist etwas anderes als Spott und Zynismus. Humor verbindet Schwäche und Stärke auf eigentümliche Weise. Nochmals, darf über Gott gelacht werden? Die Geschichte meint: Sara tut es spontan, und Gott – er lacht selbst!“

Quelle: Gabi Dietz-Wölfer
Richtig klasse war die Musik, unter anderem mit dem Beatles-Song „Let it be“ oder„Auf uns“ von Andreas Bourani. Dazu die tolle Stimme von Tine Wiechmann von der Kapellengemeinde (einen Tag vor ihrem Geburtstag) und Heilig-Geist-Kantor Christoph Schäfer am Keyboard.

Ein Dreivierteljahrlang hatte das Team nach einer Altstadt-Kneipe für den Gottesdienst gesucht, nun ging ein Dank an Claudia Kischka, die sofort einen Nebenraum für diesen Freitagabend zur Verfügung gestellt hatte. Team-Mitglied Hans-Joachim Wölfer und Gabi Dietz-Wölfer hatten Verständnis: „Die Gastwirte fürchten Einkommensverluste.“Die Gäste waren jedenfalls zufrieden. Martin Illing und Karin Kunkel meinten: „Kirche soll dort stattfinden, wo die Menschen sind.“ Eine andere Besucherin sagte: „Dem Volk aufs Maul schauen – schöne Idee, erinnert mich an Luther.“

 
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Quelle: Citykirche Heiliggeist

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