Heidelberg, 07.10.2020. Im Mai dieses Jahres wären in den Heidelberger Gemeinden eigentlich 250 Jugendliche konfirmiert worden, die sich 12 Monate lang auf ihr großes Fest vorbereitet hatten. Doch mit Corona kam alles anders und so mussten die Konfirmationen – wie so Vieles in diesem Jahr – verschoben werden. In den meisten Gemeinden werden sie derzeit an den Wochenenden im Oktober nachgeholt. Statt in einem gemeinsamen Konfirmationsgottesdienst werden die Jugendlichen in mehreren Kleingruppen konfirmiert, damit auch die Familien an der wichtigen kirchlichen Feier teilnehmen können.
So hat die Kirchheimer Bonhoeffergemeinde ihre 24 Konfirmandinnen und Konfirmanden am vergangenen Wochenende in vier „Schichten“ konfirmiert, zwei Konfirmationen am Samstag und zwei am Sonntag jeweils vormittags und nachmittags. „Für unsere Ehrenamtlichen, die Musiker, das Technikteam die die Ältesten war das zwar eine große zeitliche Herausforderung“, weiß Pfarrer Fabian Kliesch, „aber alle waren mit großem Engagement und viel Freude dabei.“
Für die Konfirmanden sei es enorm wichtig gewesen, dieses Fest – mit immerhin bis zu 16 Gästen pro Familie in der Petruskirche – noch in diesem Jahr feiern zu können. „Wir haben über WhatsApp und Zoom den Kontakt über den Sommer hinweg zwar gehalten und konnten sogar vor der Konfirmation auch noch zweimal `live´ zusammenkommen, aber die Freude und auch Erleichterung über das endlich nachgeholte Fest war allen anzumerken“, so Kliesch. Dafür nahmen alle Anwesenden das strenge Hygienekonzept mit Masken während des gesamten Gottesdienstes, Verzicht auf Abendmahl und Gesang sowie Einsegnung in kleinem Kreis gerne in Kauf – dem feierlichen Konfirmationsgottesdienst tat dies keinen Abbruch.
Andere wie die 55 Konfirmanden der Friedensgemeinde in Handschuhsheim hingegen haben sich bewusst für einen alternativen Weg entschieden, da sie sich einen Festgottesdienst mit der ganzen Familie und Posaunenchor wünschen. Daher werden sie sich voraussichtlich im Mai nächsten Jahres mit den 54 neuen Konfirmanden in insgesamt 8 Gottesdiensten konfirmieren lassen. Pfarrer Dr. Gunnar Garleff hat mit seinem Team eigens ein „Konfi-Special“ Konzept für diese gewaltige Aufgabe erarbeitet. Dabei werden den jetzigen Konfirmanden Inhalte der Jugendgruppenleiter-Ausbildung über Videokonferenz kombiniert mit praktischen Teilen, z.B. Leitung des Kindergottesdienstes oder Mediendesign, vermittelt. Alle vier Wochen treffen sich diese Gruppen `live´ und tauschen sich aus.
„Für die neuen Konfirmanden, die nun im September mit ihrem Unterricht angefangen haben, haben wir ein Konzept für `Hybridunterricht´ erstellt, sie erhalten in je 5 Gruppen á max. 12 Personen im 14 tägigen Wechsel analogen und digitalen Konfirmationsunterricht“, erläutert Pfarrer Garleff, wie er und sein Team die Herausforderung des „doppelten Jahrgangs“ angehen. Gottdienstbesuche werden ähnlich geregelt, jeweils im 14tägigen Wechsel sind die Gruppen den Gottesdienstbesuch eingeteilt. „Nun hoffen und beten wir dafür, dass Corona uns nicht ein weiteres Mal in die Quere kommt“, wünscht sich sicherlich nicht nur der Pfarrer.



