Heidelberg, 21. Oktober 2021. Die Freude ist auf allen Seiten groß, als die Kreisgruppe Heidelberg des Bunds Deutscher Architekten (BDA) am Zentrum der evangelischen Lukasgemeinde im Boxbergring 101 vorfährt – im Gepäck die in Architektenkreisen renommierte Hugo-Häring-Plakette. „Leider erhalten Sie die für 2020 ausgelobte Auszeichnung pandemiebedingt erst jetzt, aber wir freuen uns umso mehr, dass wir Ihnen die Plakette heute persönlich überreichen dürfen“, erläutert Architekt Uwe Bellm, Vorsitzender der Kreisgruppe Heidelberg, die späte Übergabe der Plakette.
Bereits im Juni hatte die Evangelische Kirche in Heidelberg Nachricht erhalten, dass ihr Neubau des Gemeindezentrums der Lukasgemeinde die Hugo-Häring-Auszeichnung erhalten hat. „Der Hugo-Häring Preis wird vom Bund Deutscher Architekten für vorbildliche Bauwerke verliehen. Es ist ein Preis, mit dem sowohl Bauherr als auch Architekt für das Gesamtwerk ausgezeichnet werden, auf den die Evangelische Kirche in Heidelberg als Bauherrin und Architekt Peter Horejs sehr stolz sind“, freut sich Martina Kleinbauer, Leiterin der Bauabteilung der Kirchenverwaltung.
„Hinter der schlichten weißen Putzfassade verbirgt sich ein modernes Gemeindezentrum: Gemeindesaal und Sakralraum bilden eine Einheit.“ Ein funktionales, offenes und transparentes Sakralgebäude, „das wie selbstverständlich wirkt und sich damit in den Alltag seiner Nutzer einzufügen mag“, verliest die stellvertretende Kreisgruppenvorsitzende Dea Ecker aus der Würdigung der Jury. Bis ins kleinste Detail soll sich das Bauwerk in seine Umgebung einfügen und zum Verweilen einladen, „sogar der Asphalt von der Straße zieht sich durch bis zur Eingangstür, um das Gebäude mit seiner Gemeinde in den Stadtteil einzubinden“, erläutert Architekt Peter Horejs seine Planungen.
Dass die Planung des neuen Gemeindezentrums, nun Heimat zweier fusionierter Gemeinden im Emmertsgrund und auf dem Boxberg, nicht immer einfach war, weiß auch Gemeindepfarrerin Carmen Sanftleben. „Es war uns sehr wichtig, sowohl alte Elemente aus den beiden Gebäuden in den Neubau mit einzubeziehen als auch neue zu schaffen.“ Die Glocken und Stühle sind aus dem Emmertsgrund, die originalen Kugelleuchten im Foyer stammen aus dem ehemaligen Gemeindehaus auf dem Boxberg, der Taufstein folgt einem Entwurf des Architekten.
Mittlerweile hat sich das Gemeindezentrum wunderbar in die beiden Stadtteile am Berg eingefügt und findet auch über die Gemeinde hinaus eine breite Nutzung. So wich die benachbarte Waldparkschule während der Pandemiezeit mit einigen Klassen zum Unterrichten in die großzügigen und luftigen Räume des Gemeindezentrums aus. Der Pfarrgarten bietet Raum für zwei Hochbeete, die von umliegenden Anwohnern und Gemeindegliedern gemeinschaftlich genutzt werden. Und es gibt noch eine gute Nachricht: Am 19. November wird in Baden-Baden der Hugo-Häring-Landespreis verliehen. Das Gemeindezentrum ist als eines von 10 ausgezeichneten Bauwerken aus der Kreisgruppe Heidelberg mit im Rennen.




