Anhand von Best-Practice-Beispielen wurden auf der Sitzung u.a. die Evaluation von Sprachförderprogrammen, die Perspektiven von „Sag mal was“ und der Wissensaustausch thematisiert. Prof. Dr. Wolfgang Tietze von PädQUIS in Berlin fasste die Ergebnisse diverser Evaluationen zur additiven Sprachförderung mit der Erkenntnis zusammen, dass hier keine positiven Effekte nachgewiesen werden konnten. Er postulierte einen Paradigmenwechsel in Fragen der Sprachförderung – weg von der medizinischen Betrachtungsweise der Problematik (Diagnose /Therapie) und der additiven Sprachförderung durch externe Sprachförderkräfte in Kleingruppen hin zur alltagsintegrierten sprachlichen Bildung und Förderung mit der Verbesserung der Interaktion zwischen Pädagogin und Kind. Der in der Evangelischen Kirche Heidelberg praktizierte Ansatz der sprachlichen Bildung entspricht somit den aktuellen Erkenntnissen der Forschung.
Im Jahr 2012 wurde zudem in einer Evaluationsstudie der Universität zu Köln die Wirksamkeit der Sprachförderung nach der „Language Route“ nachgewiesen. Bisher wurden aus den evangelischen Kitas in Heidelberg 43 ErzieherInnen intern nach dem System „Language Route“ fortgebildet und haben die Fortbildung mit Zertifikat (PROLOG-Köln) abgeschlossen. Im Herbst 2015 werden 9 weitere ErzieherInnen das Language Route Zertifikat erhalten. Birgit Bur, Dipl.-Logopädin und Sprachförderkoordinatorin der Evangelischen Kirche Heidelberg, bietet diese Fortbildung sowie Teamcoachings zur Language Route und eine fortlaufende Arbeitsgruppe zu der Thematik seit 2011 für die PädagogInnen an.Zum Ende der Veranstaltung wurde Staatssekretärin Marion von Wartenberg vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport in Baden-Württemberg ein Positionspapier zur SPATZ-Förderung übergeben, in dem u.a. auch die Forderung nach einer alltagsintegrierten Sprachförderung gestellt wurde. Weitere Infos zu den Sprachförderansätzen unter www.sagmalwas-bw.de/netzwerk-sprache.de
Birgit Bur


